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5 praktische Tipps, wie du sofort hochwertige Schuhe erkennst!

Du betrittst einen Laden, dir springen sofort diese High Heels oder Sneakers ins Auge und du denkst: Die sind es! Und schon bist du deinem Schuhrausch zum Opfer gefallen.

Ein schnelles Anprobieren und ein kurzer Blick in den Spiegel reichen dir vollkommen aus. Diese Schuhe sind superbequem, sehen spitze aus, also her damit! Aber Moment …

Was verrät dir eigentlich dein Bauchgefühl über die Qualität dieser Schuhe?

Ist die Verarbeitung o.k.?

Stimmt alles am Schuh?

Bist du dir sicher?

Bevor du also blind vor Liebe zur Kasse rennst, solltest du einen kühlen Kopf bewahren und den Schuh etwas genauer unter die Lupe nehmen.

#1 Wo du sofort Fehler am Schuh entdecken kannst

Fällt deine Auswahl auf Lederschuhe, sei dir bewusst, dass Leder ein Naturprodukt ist.

Unregelmäßigkeiten auf der Oberfläche sind also keine Seltenheit.

Doch während du Unebenheiten bei Outdoorschuhen ruhig tolerieren darfst, solltest du bei klassischen High Heels oder stylischen Ankle Boots kein Pardon kennen.

Bei Synthetikschuhen fällt dieses Problem natürlich nicht an. Trotzdem solltest du einen scharfen Blick auf die Verarbeitung werfen:

  • Sind an den Nähten hässliche Ausfransungen zu sehen?
  • Verlaufen sowohl Verbindungsnähte also auch Deko-Nähte bei dem Paar gleich?
  • Also, sind alle Nähte auf dem rechten und linken Schuh gleichmäßig verarbeitet?

Wenn ja, dann ist alles so weit in Ordnung.

Sei außerdem bei der Zusammensetzung von Sohle und Obermaterial pingelig.

Egal um welches Obermaterial es sich handelt: Abplatzungen, Kleberflecken und eine wellige Laufsohle sind ein Zeichen für eine sehr schlechte Verarbeitung.

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Bei Stoffschuhen gilt übrigens die gleiche Regel. Zusätzlich dürfen keine Webfehler zu sehen sein, die Nähte müssen gleichmäßig verlaufen und nicht fransen.

Außer natürlich, Unregelmäßigkeiten sind vom Design so gewollt.

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#2 Ein Blick aufs Hinterteil lohnt sich

Grundsätzlich beurteilen wir Schuhe von der Seite und sobald wir sie anhaben, nur noch von oben. Ab sofort solltest du besonders Absatzschuhe von hinten genauer betrachten.

Bei High Heels mit schiefen Absätzen bitte ich dich grundsätzlich, auf die Anprobe zu verzichten.

Das ist megagefährlich und Umknickgefahr vorprogrammiert!

Das Gleiche gilt übrigens auch für schief aufgesetzte Absatzflecke.

Ein totales No-Go! (Du weißt nicht, was ein Absatzfleck ist? Das glaube ich dir nicht, schau mal unten auf das Foto ;-).

Die Fersennaht muss mit dem Absatz auf einer Linie liegen. Manchmal sieht man an der Fersenwölbung auch kleine Falten. Ein sicheres Zeichen dafür, dass hier unachtsam gearbeitet wurde.

Wenn du schon dabei bist, dann darfst du den Schuh um 180 Grad drehen und auch vorne kontrollieren. Auch hier gilt:

Falten und unsaubere Stellen solltest du nicht gelten lassen. Besonders bei schlecht verarbeiteten Sneakers kann man an der Laufsohle vorne Kleberflecken entdecken.

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#3 Wie du mühelos Leder von Synthetik unterscheidest

Dieser Punkt muss nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal sein. Aber wenn du schon Kohle auf die Kassentheke blätterst, dann solltest du wissen, um welche Art Schuh es sich handelt.

Kontrolliere also genau, aus welchem Obermaterial die Schuhe hergestellt wurden.

Bist du auf der Suche nach Lederschuhen? Dann lass dir nicht mit dem Wort „Kunstleder“ das Qualitätsmerkmal von Leder vortäuschen.

Mit Kunstleder ist meistens PU gemeint, was für den Kunststoff Polyurethan steht.

Du erkennst Synthetikschuhe daran, dass sie oft sehr stark glänzen und nicht nach Leder riechen. Während Leder einen geschmeidigen Griff hat, fühlt sich die PU-Oberfläche eher „gummiartig“ an. Besonders auffällig ist das bei Nubukleder-Imitaten.

Sehr gut gemachte Synthetik-Upper lassen sich in der Optik kaum von richtigem Leder unterscheiden, was selbst einen Schuhexperten zum genauen Hingucken zwingen kann. Dabei kontrolliert er dann die Verarbeitung der Verbindungsnähte.

Meistens sind offene Kanten ein Hinweis auf ein Leder-Upper, was du auf dem linken Foto erkennen kannst (du weißt nicht, was ein Upper ist? Dann klick gleich mal zum kleinen 1 x 1 der Schuhkonstruktion rüber).

Auf dem Foto rechts ist das Synthetik-Upper an den Kanten eingeschlagen.

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Selbstverständlich kann man auch Synthetik-Obermaterialien mit offenen Kanten verarbeiten. Darauf verzichten die Hersteller üblicherweise, weil PU mit Gewebe unterlegt ist und deshalb schnell ausfransen kann.

Die Ausnahme bestätigt allerdings die Regel.
Wenn ein Synthetik-Upper offenkantig vernäht werden soll, wird es vorher aufwendig versiegelt, oder leichter gesagt: Die Kanten werden angemalt.

Ob ein Schuh aus gutem Synthetik hergestellt wurde, kannst du als Verbraucher leider so gut wie gar nicht erkennen. Hier musst du dich eben auf die Herstellerangaben verlassen.

Aber eins ist sicher: Billigmarken, die schlecht verarbeitete Schuhe auf den Markt bringen, legen garantiert keinen Wert auf hoch-qualitatives PU-Material.

(Willst du mehr zu Schuhmaterialien wissen? Ist in Arbeit! Bleib also dran und trag dich hier für den Shoesletter ein ;-)[bloggo_optins id=2]

#4 Das Schuhfutter: Was du beachten solltest

Ob es sich um Synthetik- oder Lederfutter handelt, das oberste Gebot lautet: Das Schuhfutter muss atmungsaktiv sein.

PU-Lining ist zwar kein Hinweis auf mangelhafte Qualität, neigt aber dazu, nicht luftdurchlässig zu sein (Lining?! Sorry, Berufskrankheit. Hier findest du alle wichtigen Begriffe zur Schuhzusammensetzung).

Ein tropisches Kleinklima im Inneren der Schuhe ist quasi vorprogrammiert und verursacht ein unangenehmes Tragegefühl.

Demzufolge könnten wunde Stellen oder Blasen an deinen Füßen entstehen. Insbesondere wenn du ohne Socken unterwegs bist.

Leder dagegen ist wesentlich atmungsaktiver und kann bis zu 30 % Wasserdampf aufnehmen. Wichtig ist allerdings, dass das Leder frei von Schwermetallen ist, da diese bekanntermaßen die Gesundheit gefährden.

Auch hier musst du dich leider wieder auf die Herstellerangaben verlassen, sofern welche gemacht werden.

Zusätzlich sollten am Rand der Innensohle keine Falten sichtbar und spürbar sein. Das kann richtig unangenehm werden und Blasen verursachen.

#5 Niemals auf vorgegaukelte Qualitätsmerkmale reinfallen

Solange die Preisklasse stimmt, ist grundsätzlich nichts gegen unechte Nähte bei Laufsohlen einzuwenden.

Fake-Nähte sind meistens bei Stiefeln und flachen Ankle Boots ein Zeichen dafür, dass die Sohle „nur“ verklebt wurde anstatt richtig vernäht.

Das soll nicht heißen, dass geklebte Laufsohlen minderwertig sind. Das kommt ganz auf den Schuh an.

Echte Nähte sind aber definitiv ein Merkmal für bessere Qualität und lassen den Schuh sehr hochwertig aussehen.

Außerdem hat die genähte Sohle eine längere Lebensdauer. Doch heutzutage kann man fast alles reparieren, deshalb musst du deine Entscheidung für eine Verarbeitungsart mit Tragedauer und Geldbeutel vereinbaren.

Nur eines solltest du wissen: Gerade bei Onlineverkäufen werden dem Verbraucher mit ausgeschmückten Produktbeschreibungen Qualitätsmerkmale vorgetäuscht.
Wenn in einem Onlineshop „Rahmengenähte Schuhe“ steht, dann sollte das auch stimmen, was in der Realität leider nicht immer so ist.

Check deine Einkäufe also sorgfältig, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Wie du hier auf den Fotos sehen kannst, haben imitierte Nähte exakt dieselbe Farbe wie die Sohle. Außerdem sehen sie ein wenig aus wie Plastik, da die komplette Laufsohle aus Kunststoff besteht.

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Sicher auf beiden Beinen stehen: die Laufsohle

Wenn wir schon bei der Sohle sind, solltest du Folgendes über sie wissen:

Bei hochwertigen Schuhen werden mehrere Materialien und dämpfende Schichten zwischen Futter und Sohle verarbeitet. Das ist leider von außen nicht nachvollziehbar, spiegelt sich aber deutlich im Verkaufspreis wider.

Je nach Art des Schuhs kann die Sohle aus Gummi, Kunststoff oder Leder hergestellt sein. Deren Vor-und Nachteile kommen ganz auf den Nutzen an.

Elegante Ledersohlen sind auf Dauer wasserdurchlässig. Deshalb investieren hochpreisige Schuh-Brands zusätzlich in sogenannte Halbsohlen. Dadurch wird der Schuh rutschfest, stoßdämpfend und verleiht ein superangenehmes Tragegefühl.

 

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Einer der marktführenden Sohlenhersteller ist die Firma Vibram.

Vielleicht ist dir das gelbe Logo schon mal ins Auge gesprungen. Ganz besonders häufig sieht man Vibram-Sohlen bei Outdoor- und Trekkingschuhen. Schuhe mit dieser Sohle, sind teurer, weil deren Materialkosten gedeckt werden müssen.

Tja, und Qualität hat eben ihren Preis. Aber die Investition lohnt sich!

Welche Erfahrung hast du mit schlecht verarbeiteten Schuhen gemacht?

Blog über Schuhe- allover shoes- Silvi Logo

PS: Egal, wie und wo der Schuh hergestellt wurde: An wichtigster erster Stelle steht immer die Bequemlichkeit deiner Schuhe! Wenn du dir bei der Anprobe nicht sicher bist – lass sie stehen!!

über

Silvi ist Schuhdesignerin aus Leidenschaft und möchte diese Passion mit dir teilen. Ihre Heimat ist größtenteils Italien, das Land der schicken Luxusschuhe. Sie hat eine Schwäche für knallige Farben und schlichtes Design. Folge ihren Schritten auf Facebook & Instagram.

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